Klebstoffwechsel: Worauf es ankommt

Sie wollen den Klebstoff in Ihrem Klebstoff-Auftragssystem auswechseln? Kein Problem – solange Sie die beiden Hotmelts nicht mischen. Nehmen Sie sich die Zeit, den Wechsel sauber durchzuführen, damit Sie mit dem neuen Klebstoff ohne weitere Unterbrechungen produzieren können.

Klebstoffgranulat in Händen

Ich möchte Ihnen in diesem Blogbeitrag aufzeigen, was passiert, wenn Sie zwei verschiedene Hotmelts vermischen und warum es sich lohnt, beim Klebstoffwechsel etwas Zeit in die Reinigung des Klebstoff-Auftragssytems zu investieren. 

WARUM SIE SCHMELZKLEBSTOFFE NICHT MISCHEN SOLLTEN 

Stellen Sie sich vor, Sie würden Ihr Auto mit Diesel statt Benzin betanken. Oder Benzin statt Diesel. Das wäre nicht gut! Sie würden damit nicht weit fahren – wenn überhaupt – und der Motor würde auf jeden Fall Schaden nehmen. Ähnlich verhält es sich mit Schmelzklebstoffen: Vermischte Klebstoffe schaden dem Klebstoff-Auftragssystem über kurz oder lang. Stillstand aufgrund von Verkorkungen oder fehlerhaftem Klebstoffauftrag ist die Folge. 

Zapfsäule mit farbigen EinfüllstutzenMachen Sie’s wie beim Auto: Vermischen Sie nicht, was nicht zusammen gehört

Jeder Klebstoff hat spezifische Eigenschaften. Auch wenn die Hotmelts gleich aussehen, heisst das nicht, dass sie chemisch gleich aufgebaut sind. Nehmen wir an, Sie ersetzen einen Klebstoff mit einer Verarbeitungstemperatur von 150-170° C mit einem Klebstoff, der bei 130-150° C verarbeitet wird. Wird nun der neue Klebstoff zum alten in den Tank gegeben, passieren zwei Dinge: Erstens verbrennt der neue Klebstoff, weil die Temperatur im Tank für ihn zu hoch ist. Zweitens verringert sich die Viskosität des Klebstoffs, wenn er über seine Verarbeitungstemperatur erhitzt wird – er wird sehr dünnflüssig. Der dünnflüssige Klebstoff wird schneller durchs System gefördert, weil er besser fliesst, während der alte, dickflüssigere Klebstoff im Tank bleibt und verbrennt. Verbrannter Klebstoff macht sich nicht sofort bemerkbar, aber wenn die Verkorkung einmal eingesetzt hat, kann sie sich irgendwo im Klebstoff-Auftragssystem festsetzen – mit verheerenden Folgen. Heizschläuche können zuwachsen, Auftragsköpfe verstopfen. 

Verschieden farbiges KlebstoffgranulatJeder Klebstoff hat spezifische Eigenschaften

Was Sie hingegen sofort bemerken, ist ein fehlerhafter Klebstoffauftrag. Wenn z. B. die Viskosität aufgrund fehlerhafter Temperatureinstellungen zu hoch ist, ist der Klebstoff zu dickflüssig – und es wird zu wenig Klebstoff aufgetragen. Ist die Viskosität hingegen zu niedrig, wird zu viel Klebstoff aufgetragen, da er zu dünnflüssig ist. Fehlklebungen entstehen aber auch durch eine zu lange oder zu kurze Offenzeit – also der Zeit, in der der Klebstoff fest wird. All dies muss nicht sein. Halten Sie sich deshalb an die einfache Regel: Vermischen Sie nie verschiedene Schmelzklebstoffe! 

Flächenauftrag mit Vivo 18 für Haftklebeverschlüsse und AufreissfädenFür einen sauberen Klebstoffauftrag braucht’s sauberen Klebstoff

BEI JEDEM KLEBSTOFFWECHSEL: KLEBSTOFF-AUFTRAGSYSTEM REINIGEN 

Selbstverständlich können Sie den Schmelzklebstoff in Ihrem Klebstoff-Auftragssystem austauschen. Vielleicht wollen Sie ein neues Produkt verkleben oder der alte Klebstoff ist nicht mehr lieferbar. Wie auch immer. Wichtig ist, dass Sie das ganze Klebstoff-Auftragssystem gründlich reinigen, damit sich der alte und der neue Klebstoff nicht vermischen. Es lohnt sich, die 3-4 Stunden dafür zu investieren. Stillstände aufgrund von verbranntem Klebstoff und verstopften Auftragsköpfen oder Schläuchen sind hingegen nicht planbar, die Fehlersuche ist schwierig und die erforderliche Reinigung dauert dann sehr viel länger. Im schlimmsten Fall kommen Sie um den Ersatz von Schläuchen oder Auftragsköpfen nicht mehr herum. Schaffen Sie deshalb mit einer gründlichen Reinigung von Anfang an die besten Voraussetzungen für den neuen Klebstoff.

Sauberer Klebstofftank von Schmelzgerät EasyEin gereinigtes Klebstoff-Auftragssystem ist die beste Voraussetzung für einen erfolgreichen Klebstoffwechsel

HAT SICH DER AUFWAND GELOHNT?

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Ich denke, wenn Sie an einer hochwertigen Verklebung interessiert sind und ohne ungeplante Unterbrechungen produzieren wollen, dann lohnt sich der Aufwand auf jeden Fall! Wenn Sie zudem Ihre Anlage regelmässig warten und reinigen, reduziert sich der Aufwand bei einem eventuellen Klebstoffwechsel.  

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